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Ein Buch fehlt immer

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Heute Abend findet in der Berliner Otherland Buchhandlung wieder ein Treffen statt. Thema des Gatherlands ist diesmal Stanislaw Lem.

Und wie der Zufall so spielt, bin ich bei meiner Arbeit am Interview mit Michael Szameit gerade auch auf Lem gestoßen.
Quasi als kleinen Anheizer präsentiere ich zwei Stellen des Interviews hier weltexklusiv:

Aber richtig geprägt hat mich Summa technologiae (dt. 1976 – Anm. d. Red). Wie oft ich das Buch gelesen habe, dass kann ich jetzt wirklich nicht mehr sagen. Das ist auch das einzige, wo ich jemanden Dresche angeboten habe, für den Fall, dass er es mir jetzt nicht endlich zurückgibt.
An Büchern gibt es keine privaten Eigentumsrechte. Ein Buch verborgen ist genauso gut wie ein Buch verschenken oder in die Papiertonne stecken.
Meine besten Bücher sind alle weg, weil man verborgt ja natürlich bloß die besten Bücher oder zumindest die, die man für die besten hält. Von denen man sich wünscht, dass andere sie auch lesen. Und die »Summa« habe ich mir zurückgeholt. Ich glaube, ich hätte auch zugeschlagen, wenn ich die nicht zurück gekriegt hätte.
Das war eine ganze Zeit meine Science-Fiction Bibel. Wenn man bedenkt, dass der das Ende der 50er schon geschrieben hat (1964 auf Polnisch erschienen – Anm. d. Red). Mit was für einer Weitsicht! Und die philosophische Tiefe!

Was ich an ihm schätze: Er ist ein ungeheuer geistvoller und humorvoller Autor. Er versteht es wunderbar, Geist und Humor miteinander zu verbinden und das ist ein recht seltenes Talent. Das können nicht so sehr viele.
Er ist auch sehr originell in seinem Denken. Dinge, über die man sagt: Was kann man denn dazu noch sagen? Die sieht er auf einmal unter einem Aspekt, wo man sich sofort denkt, aber klar, so kann man das auch sehen …
Ach, ich glaub ich lese heute Abend nochmal »Summa«! Jetzt habe ich mich selbst in Begeisterung geredet! Ich muss sie mir noch mal nehmen. Ich hab sie das letzte Mal bestimmt vor vier oder fünf Jahren gelesen. So lange ist das sicher schon her.

Es war aber auch so, jedes Mal wenn ich mir das Buch gegriffen habe, ich habe immer wieder etwas neues gefunden! Immer wieder! Und das ist ein Merkmal wirklich guter Literatur.
Er ist für mich so etwas wie ein Science-Fiction-Gott. Auch wenn er im Westen nicht so geschätzt wird, wie er es verdient hätte. Wenn ich eine Rangliste, ein ewiges Ranking aufmachen müsste, dann würde ich den ersten Platz an Lem vergeben, den zweiten, dritten und vierten gar nicht und dann ginge es erst beim fünften Platz weiter. Da bin ich schon recht radikal in meiner Sicht auf diesen Autor.

Und es ist kaum zu glauben, aber ich habe 21 Bücher von Lem bei mir im Regal stehen und welches fehlt? Genau: »Summa technologiae«
Also wenn das kein Elfenwerk ist!
:crazy:

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1 Kommentar

  1. Frank Bhmert sagt:

    Schöne Einstimmung auf den heutigen Abend. Bis nachher!

    Gefällt mir

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