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Der Gesang der Windharfe

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Ich arbeite jetzt schon eine Weile an einem Spezial über den im Mai verstorbenen SF-Autor Michael Szameit.
Im Zuge der Artikel für den Fantasyguide nahm ich mir jetzt jene Kurzgeschichte wieder vor, die ich immer noch für die allerbeste aller Science Fiction Kurzgeschichten halte.
Vielleicht liegt es daran, dass »Planet der Windhafen« zu meinen frühesten Berührungen mit der SF überhaupt gehört.
Ich ging damals vor der Schule immer am Zeitungskiosk vorbei um ja kein Kompass-Buch oder ein Das neue Abenteuer-Heft zu verpassen. Denn in diesen Reihen erschien Taschengeld freundlich jede Menge SF.

Planet_der Windharfen_Cover
Planet der Windharfen von Michael Szameit, Cover von Reiner Schwalme

Das neue Abenteuer 441 erschien 1983, ich war Dreizehn und verschlang die Geschichte um Proximer Asper Omega und seinem kleinen Knochenrüssel Bambur.
Das Besondere an dieser eigentlich total kurzen Story war und ist, dass sie soviel enthielt.

Da gab es den bösen Chef, der sich zu fein für die Trillerlinge war, so empfand ich das damals und ich erinnere mich sehr deutlich an dieses Gefühl. Ich hätte mir ohne zu Zögern diese witzigen Polypen auf die Brust gesetzt.
Ich fand es total faszinierend, wie sich Asper auf dem Planeten durchboxt. Wie Robinson. Nur dass Robinson keine außerirdische Sonde fand oder auf die geniale Idee kam, riesige Buchstaben aus Felsbrocken zusammenzuschieben, damit man es aus dem All sah.
Vor dem Psychodrachen hab ich mich gegruselt. »Bloß kein Grün!«, fieberte ich mit.
Und konnte es etwas ehrfürchtigeres geben als eine Windharfe? Eine Pflanze, die für Asper singt und ihn nicht frisst, obwohl sie es könnte. Als sie dann Bambur anlockt, ging mir das genauso nahe wie Asper, der seinen kleinen Freund und vor allem Warner vor Gefahren verlor.
Aber das Ende entschädigte für all die Verluste und tragischen Tode.

Was für eine pralle und farbige Geschichte! Sie ist um keinen Tag gealtert. Ich bin immer noch hin und weg, wenn ich sie wiederlese. Inzwischen ist das Heft schon zerschlissen und geklebt. Das Papier vergilbt und süßlich duftend.

Karsten Kruschel gab mit den Tipp, dass der Illustrator des Heftchens noch arbeitet und sogar im Netz zu finden ist. Reiner Schwalme erlaubte mir dann auch großzügig die Verwendung einiger seiner Zeichnungen für die Rezi.

Eine kleine Bö reicht manchmal aus, um irgendwo eine Windharfe erklingen zu lassen.

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2 Kommentare

  1. Mammut sagt:

    Du bist fleissig wie immer!

    Gefällt mir

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