Montbron

Startseite » Allgemein » Wenn der Ball weiterfliegt

Wenn der Ball weiterfliegt

Gerade gelesen:

Ulrich Holbein – Knallmasse

Gerade geschrieben:

Archive

Blogstatistik

  • 7,986 hits

Gestern statteten wir in Familienstärke Dawid Bowie einen Besuch ab. Der Nachwuchs wurde quasi aus den Fängen digitaler Verlockungen gezerrt um in den Ferien eine ganz andere Kultur zu besichtigen. So gingen sie ganz unbeleckt in die Dawid Bowie Austellung im Martin-Gropius-Bau, die zum Glück für Kinder sogar kostenlos ist.
Sie kannten rein gar nichts von ihm.

Die Ausstellung machte sie auch nicht zu Fans, aber sie waren angemessen beeindruckt. Das Ganze ist großartig arrangiert, sehr schön inszeniert und sehr sehr ausführlich. Die Kombination mit Kopfhörern und eingespielten Audio-Tracks ist zwar sinnvoll, verhindert leider aber auch einen direkten Austausch in den einzelnen Räumen. Aber zumindest konnte man so jede Menge Musik-Beispiele und O-Töne mitnehmen.

Ich konnte bisher kaum etwas mit Bowies Musik anfangen und das hat auch die Ausstellung nicht geändert, aber ich habe ihn bereits vorher als Künstler geschätzt. Mich beeindrucken Menschen, die ihre Kreativität derartig expressiv ausleben, meist völlig unabhängig von anderen Bedürfnissen. Bowie saugte jede Menge Einflüsse anderer KünstlerInnen in sich auf und schuf daraus etwas Neues. Gibt bestimmt nicht viele KünstlerInnen, die sich das nicht erhoffen. Und nur wenigen gelingt das.

Übrigens gab es in der Ausstellung auch das Video zu sehen, in dem Klaus Nomi als Background-Sänger von Bowie zu sehen ist. Der Song selbst dringt nicht zu mir durch, aber Nomi. Der Mann war so unglaublich als Künstler. Die inhaltlichen Verknüpfungen zu Bowie sind offensichtlich, gerade nach dem Besuch der Ausstellung und dennoch berührt mich Nomi wesentlich mehr. In seiner Musik, in seinen Rollen und in seiner Ausstrahlung.
Sehr schön war auch der Hinweis auf Tristan Tzara und Hugo Ball. Die Dadaisten haben auch mich eine ganze Zeitlang lyrisch stark beeinflusst. Wahrscheinlich ist deren Nachhall dort auch immer noch zu finden, vielleicht stammt meine anarchistische Querulantenader aus jener Mine. Oder mein Banausentum.

Solche Inspirationsketten lassen sich ewig weiterschmieden. Mich hat die Bowie-Muse zwar noch nicht geküsst, aber es gibt eine sehr lesenswerte Anthologie von Karla Schmidt, deren Texte auf Songs von Bowie zurückgehen: Hinterland, erschienen im Wurdack-Verlag.

Passenderweise noch ein Bildchen von mir aus den ach so fernen Urlaubstagen.

rovinj_03_klein
Gespenster

Und nun ran an die Rezi zu Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez. Ein wirklich seltsames Werk.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: