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OMG – zum Teufel mit der Zukunft

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Oliver Plaschka überlegte jüngst in seinem Blogbeitrag Perry und der Priester, warum die Behandlung religiöser Themen in der SF so schnell Kontroversen hervorriefen. Ihm wurde gar missionarischer Eifer vorgeworfen, obwohl er sich gar nicht religiös fühlt.

Der ganze Beitrag ist sehr persönlich und Oliver erklärt recht anschaulich, warum er einen Priester als Figur spannend findet.

Ich muss zugeben, dass es mir grundsätzlich schwerfällt, Religion und Zukunft in einem Zusammenhang zu sehen. Für mich ist Glaube etwas, dass die Moderne eigentlich als überholt erwiesen hat. Nun ist Glaube aber etwas sehr persönliches und jeder Mensch soll privat das denken können, was er will.

Wenn ich aber an das lichte Morgen denke, spielt Religion dort keine Rolle. Aus dem Grunde finde ich SF-Bücher mit religiösem Bezug auch meist uninteressant, da unglaubwürdig (nettes Wortspiel). Natürlich gibt es Ausnahmen, etwa Mary Doria Russells Romane Sperling und Gottes Kinder.
Ganz schlimm für mich wird es, wenn die Story einem religiösem Sendungsbewusstsein geopfert wird, wie in Battlestar Galactica. Mir wird regelmäßig übel, wenn ich an diese zwar technisch astreine, aber ideologisch meinen Verstand beleidigende TV-Serie denke.

Wenn man mit bestimmten SF-Fans über das Thema Religion und SF redet, kommt oft die Hinweis, dass man ja in einer christlichen Kultur lebe und entsprechende Stoffe aufzubereiten doch nur logisch sei.

Tja, ich bin 1971 in der DDR geboren. In meinem Leben spielte weder Kirche noch Religion irgendeine Rolle. Wenn ich überhaupt intensiver Berührung damit hatte, dann zur griechischen und römischen Antike. Noch heute kenne ich mich dort besser aus als in christlicher Mythologie. Und was ich bisher davon kennengelernt habe, macht keine Lust auf eine Vertiefung.

Sicher helfen Kenntnisse christlicher Motive bei der Entschlüsselung bestimmter Topoi in der Literatur. Doch oft genug verweisen sie auf Themen, die mich eher langweilen. Sühne, Schuld, Erlösung und der Ganze Pantheon christlicher Disziplinierungswerkzeuge geben mir nichts. Der Versuch, Figurenmotivation darüber zu begründen, mag historisch interessant sein. Intellektuell aber ist es wenig reizvoll.

Aliens, die Raumschiffe fliegen und Götter anbeten – da greif ich doch lieber gleich zu einem Scheibenwelt-Roman.

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