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Nominierungen zum DSFP

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Seit letztem Jahr bin ich in der Jury des Deutschen Science Fiction Preises, der vom Science Fiction Club Deutschland vergeben wird. Es werden nur die beste Kurzgeschichte und der beste Roman eines Jahres ausgezeichnet, dafür aber mit Geld prämiert.

Mich hatte die Mitarbeit gereizt, weil ich dadurch gezwungen bin, etwas mehr deutsche SF zu lesen und da ich immer auch ein bisschen abseits des Mainstreams lese, ergibt sich so vielleicht die Möglichkeit, andere Stimmen in die Jury hineinzutragen. Das hat auch ganz gut geklappt dieses Jahr.
Das spiegelt sich auf der Nominierungsliste allerdings nur teilweise wider.

Reinhard Jirgls sprachspielerisches Nichts von euch auf Erden fand kaum Fans unter SF-Lesern. Zu extravagant ist die Sprache.
Die Zukunft des Mars von Georg Klein wurde zwar besser aufgenommen, verweigerte aber den Genre-LeserInnen die eigentliche SF-Handlung.
Das von mir sehr geschätzte Winteraustreiben von Jasper Nicolaisen konnte ich auch keinem schmackhaft machen. Vielleicht liegts am Weihnachtsthema oder an der reinen eBook-Veröffentlichung, oder der oft gehörten Einschätzung, das sei keine SF.
Übrigens ein Spruch, mit dem ich mich öfter rumschlagen muss, gerade auch bei den Kurzgeschichten. Mein SF-Begriff ist da ziemlich weit, im Gegenzug grenze ich Fantasy sehr streng ein.

Jedenfalls hatte ich auf meiner Nominierungsliste den Nicolaisen gepackt, da ich nur drei Romane nennen konnte, musste ich hart sieben.
Die beiden anderen meiner Vorschläge schafften es dann aber auf die offizielle Liste:
Kategorie »Bester deutschsprachiger Roman«

  • »Dschiheads« von Wolfgang Jeschke
  • »Drake« von H. D. Klein
  • »Das Dickicht [Vilm Band 3]« von Karsten Kruschel
  • SchrottT von Uwe Post
  • Traumzeitmonde von Sven Edmund Reiter
  • »Nebenweit (nebenan unendlichweit)« von Heinz Zwack

Klar, »Traumzeitmonde« ist einfach eine riesige Überraschung, der musste auf die Liste. Zum Glück fanden sich Unterstützer.
Beim neuen Post habe ich hin und her überlegt. letztlich siegte der Gedanke, politische SF gehört gewürdigt.
Die anderen vier Bücher muss ich allesamt noch lesen. Damit ist der Mai schon dicht.

Bei den Kurzgeschichten gab es letztes Jahr leider wenig Stoff. Zumindest füllte Michael Haitel mit seinen Publikationen im p.machinery Verlag das Anthologien-Loch. Deshalb taucht er auch so oft in der Liste der Nominierungen auf:

Kategorie »Beste deutschsprachige Kurzgeschichte«:

  • »Spuren im Sand« von Bettina Ferbus, erschienen in Enter Sandman – Inspiration Metallica, herausgegeben von Michael Haitel
  • »Seitwärts in die Zeit« von Axel Kruse, erschienen in »Seitwärts in die Zeit« von Axel Kruse
  • »Coen Sloterdykes diametral levitierendes Chronoversum« von Michael Marrak, erschienen in Nova 21, herausgegeben von Michael K. Iwoleit und Olaf G. Hilscher
  • »Agnes« von Tedine Sanss, erschienen in Die große Streifenlüge – Inspiration Kate Bush, herausgegeben von Michael Haitel
  • »Operation Heal« von Merlin Thomas, erschienen in Blackburn, herausgegeben von Michael Haitel

Drei der Geschichten standen auch auf meiner Liste.
Agnes fand sehr viel Begeisterung, mich kann man mit solchem Romantasy-Gedöns jagen, es war nicht mein Favorit aus der Anthologie.
Den Kruse muss ich noch lesen. Damit habe ich bei den Kurzgeschichten kaum Nachholebedarf.
Zu den Marrak-Geschichten sollte man fairerweise hinzufügen, dass sie bei aller Großartigkeit Teile einer längeren Story sind, deren Komplett-Veröffentlichung ich entgegenfiebere. Das könnte ein megageiles Buch werden. Ich hoffe Michael findet einen Verlag dafür.

So, erst einmal ist die Nominierungsarbeit geschafft, jetzt geht es ans restliche Lesen und bewerten. Ende Mai oder Anfang Juni muss ich mich festlegen und Punkte verteilen.

Grats aber schon mal allen Nominierten und Buchschaffenden.

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5 Kommentare

  1. Michael Marrak hat seit kurzem einen Verlag für seinen Kanon-Roman, zu dem „Coen Sloterdykes diametral levitierendes Chronoversum“ gehört – was zur Folge hat, daß es in Nova keine weiteren Novellen daraus mehr geben wird. Siehe sein Facebook-Posting vom 25.4.14.

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  2. Sehr schön, dann viel Spaß beim Lesen!

    btw: In den Visionen war nie eine Vilm-Geschichte, da hat Dir die Erinnerung einen Streich gespielt. Du meinst wahrscheinlich das Lichtjahr.
    😉

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  3. Montbron sagt:

    Ha, Du hast Recht, es war die Wurdack-Antho Lotus-Effekt und die Story ist Barnabas oder Die Vorzüge kleiner Welten. Das gehört doch nach Vilm, oder?

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