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Lesung im Literarischen Colloqium Berlin

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Ungemein passend zu meiner aktuellen Lektüre Nichts von euch auf Erden von Reinhard Jirgl und Die Zukunft des Mars von Georg Klein veranstaltete das Literarische Colloquium in Berlin eine Leserunde mit beiden Autoren.

Begleitet wurden sie vom dichtenden Literaturkritiker Nico Bleutge und als Moderator, da die Veranstaltung als Sendung des Deutschlandfunks aufgezeichnet wurde, Denis Scheck.

LCB_1
Nico Bleutge, Georg Klein, Denis Scheck und Reinhard Jirgl (v. l. n. r.)

Ich war das allererste Mal im LCB. Es ist eine altehrwürdige Villa und strahlt einen entsprechenden Habitus aus, allerdings vermittelten diverse Kleinigkeiten der Ausstattung im Innern schnell das Gefühl, dass man sich dieses Haus durchaus aneignen kann, dass es Podium und Freiraum sein will. Allerdings auf eine ernste Weise.

Die Veranstaltung war mäßig besucht. Vielleicht fünfzig Zuhörer. Vermutlich war ich der einzige SF-Fan, zumindest entsprach ich als dicker Typ mit Brille und schwarzem T-Shirt als einziger dem entsprechenden Rollenklischee. Sicherheitshalber hatte ich ein Hamletmotiv für die Oberbekleidung ausgewählt, aber der Schädel vom armen Yorrik ist vielleicht nicht spacig genug.
|-|

Denis Scheck betrachtete zunächst die drei Gemeinsamkeiten der Autoren. Beide wurden dieses Jahr 60, schrieben ein Marsbuch und lange Jahre für die Schublade. Während Reinhard Jirgl sehr technisch auftritt, stets bedacht auch das zu sagen, was er meint, gibt der Augsburger Klein eher den charmanten Literaten, kokett und liebenswürdig.
Auch das Lesen absolvierten beide sehr unterschiedlich. Jirgl rast und kann die eigene Sprachmetaphorik nicht im geringsten akustisch darstellen. Klein macht das wesentlich gefälliger, was aber angesichts seines munter fließenden Schreibstils auch ungemein einfacher ist.

Interessant für mich war natürlich an erster Stelle, wie sich Jirgl auf Fragen zur SF und zu seinem Schreibstil äußerte. Das machte er ganz gut. Scheck stellte auch die richtigen Fragen, fand ich. Leider merkte man überdeutlich, dass sie von SF nur oberflächliche und eher klassische Vorstellungen haben. Witzigerweise sind es auch die klassischen SF-Fans, die mit Jirgl nichts anfangen können/wollen.
Klein dürfte da weniger Schwierigkeiten haben. Sein Roman ist quasi Philip K. Dick in Reinkultur.

Jedenfalls fand ich Gespräch und Lesung sehr gelungen, auch wenn ich eher gehen musste. Aber der Wannsee liegt leider auf der falschen Seite Berlins und der Wecker kennt früh keine Gnade.

Der Deutschlandfunk strahlt die Sendung am Samstag, 28. September 2013 um 20:05 Uhr aus. Jetzt muss ich mich nur noch darum kümmern, das irgendwie aufzunehmen.
:wave:

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