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Die Zwerge von Amboss von Thomas Plischke

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Zwerge gehören in der Fantasyliteratur spätestens nach Tolkiens Hobbit zum guten Ton. Es gibt sie in etlichen Geschmacksrichtungen, meine Favoriten sind Ivan und Pickel Felsenschulter von R. A. Salvatore, allein schon wegen ihrer anarchistischen Ader.

Das war genau der exotische Ton, den ich seither für mich mit echtem Zwergentum verband.
Thomas Plischke und Ole Johan Christiansen entwickeln nun mit den Zerrissenen Reichen eine Zwergenwelt die sich nur von den normalen Fantasyzwergenwelten unterscheidet, sie erweitern die zwergische Kultur auch um ein ziemliches großes Repertoire an Sprichwörtern, Ausdrücken und Techniken.
Der Plot des ersten Bandes ist eine Art Fantasythriller, die sich recht durchsichtig über eine brillante Parabel auf unser reales Leben legt. Selten gelingt es Fantasy-Autoren derartig explizit gesellschaftliche Probleme zu thematisieren ohne moralinsauer oder lehrmeisthaft zu wirken. Obwohl die Zwerge der Zerrissenen Reiche eher der Logik anhängen, nichts für Götter übrig haben und recht soziale Ansichten vertreten, leben sie nicht in einer perfekten Welt. Je tiefer man in das Geschehen eintaucht und um so ähnlicher der Bund unserer Bundesrepublik wird, desto mehr Probleme werden offenbar.
Das betrifft im Übrigen auch die Figuren. Jede ist individuell, schleppt ein eigenes Säckchen mit sich herum und bekommt Raum für Veränderungen. Dabei zeigen die Autoren nicht nur eine Vorliebe für stylische Details, sie tauchen auch tief in zwergisches Denken ein. Dadurch wird der Kontrast zu den anderen Rassen des Buches noch schärfer. Mit locker wirkender Eleganz binden sie Gewalt ebenso sicher ein, wie Sex und Politik ohne je explizit oder tumb zu werden. Allein schon von der Art und Weise wie sexuelle Anspielungen in die Fantasywelt integriert werden, können sich viele Autoren ganz dicke Scheiben abschneiden. Phantastik kommt von Fantasie und über diese sollte man auch sprachlich verfügen, wenn man stringente und vor allem liebenswerte Fantasywelten entwickeln will.

Letztlich sind „Die Zwerge von Amboss“ schon viel gelobt und gerühmt worden und auch ich muss sagen: Zu Recht.

Und das Sahnehäubchen auf der Geschichte ist, dass die beiden ziemlich produktive Tausendsassa sind, die offensichtlich vorhaben, jedes Jahr zwei bis drei Bücher unterschiedlicher Gattungen zu schreiben. Schaut am besten regelmäßig ins Blogschke, dann verpasst ihr nichts vom nächsten großen Ding der Zwei.

An die Seiten ihr Kiesel und Klapperköpfe!

Die Zwerge von AmbossDie Zwerge von Amboss von Thomas Plischke

Taschenbuch, 480 Seiten
Piper, November 2008
Titelbild: Henrik Bolle
ISBN-10: 3492266630
ISBN-13: 978-3492266635

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2 Kommentare

  1. Krmit sagt:

    Ha, Dein Buchrückblick kam zur richtigen Zeit. Hört sich nach dem perfekten Geburtstagsgeschenk für einen Zwergenfan an, der in 2 Wochen wieder mal älter wird. Sonst steht so ein Git immer blöde im Laden rum und fragt sich: womit macht man nem Stumpzn Freude? Immer nur Bier wird ja langweilig. 😉

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