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Montbrons galaktische Abenteuer (4)

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Der Weltraum. Unendliche Weiten …
Halt!
Bestimmt gibt es unter euch Helden genug Freunde gepflegter Märchenstunden und doch sieht die Realität anders aus. So unendlich ist das alles gar nicht. Das hat auch gar nichts mit Handtüchern und einer zweistelligen Antwort zu tun, nein, die Endlichkeit des Alls ist eine Tatsache.
Und ich war dort.

Alles begann relativ normal. Abruptes Abbremsen, Nase richten, Grummeln und zum Bullauge kraxeln.
Da sah ich es. Vor mir erstreckte sich massiver Fels. Ein erfreulicher Anblick, der in mir den spontanen Wunsch entfachte, meinen Pickel zu nehmen und etwas Workout am Stein zu betreiben. Nun war das nicht einfach ein bisschen Fels wie ein Meteorit oder ein Planet, nein vor mir war alles Fels und hinter mir leerer Raum – bis auf meine Goldberg VII – Solidhaut.
Es gab sogar Luft und so stand ich schon bald erregt schwitzend inmitten eines tollen Berges Schutt.
»Na, Junge, was wird das denn hier, wenn’s fertig ist?«
Zwerge sind nicht schreckhaft. Schon gar nicht, wenn sie Bergwerksarbeit verrichten. In dunklen Tunneln erwartet man es einfach, dumm von hinten angemacht zu werden. Deshalb war es auch kein Schreck, der mich schnell herumwirbeln ließ, sondern instinktives Reaktionsvermögen.
»Aaaargh, Elfenwerk! Wer bist’n du?«
Vor mir stand ein Bart mit Nase. Also ein ziemlich alt aussehendes Wesen mit sehr langen und sehr grauen Haaren, während irgendwo im oberen Drittel eine rote Nase herausschaute. Manche Gardisten tragen derartiges als Helmschmuck.
»Die Frage lautet: Bin ich?«
Er hätte auch 42 sagen können, fand ich, doch da philosophierte er schon weiter. »Dir ist bestimmt klar, mein Sohn, dass du hier massiv in den Lauf der Geschichte eingreifst? Und bestimmt hast du die entsprechenden Anträge ausgefüllt, das Vorverfahren abgewartet, die Rechtsbehelfsfrist eingehalten und alle Gebühren entrichtet.« Er schien mit den Haaren irgendwas Magisches anzustellen, jedenfalls wirkte der Fusselhaufen plötzlich irgendwie väterlich ernst auf mich und ich bekam große Lust, auf ein Bier in meine Goldberg zu verschwinden.
»Ich hämmere hier nur so ein bisschen rum, wollte auch grad wieder los, nichts für ungut und vale!«
»Halt, nicht so schnell. Ich sehe schon, mein Sohn, du verkennst die Bedeutung dessen, was du tust, Nun ja,« er seufzte hingebungsvoll und seltsamer Weise schien alles um uns herum auch irgendwie zu seufzen. »Wie würdest du das hier bezeichnen?«, damit zeigte er auf die Felswand und anschließend hinaus ins All. Da ich eiligst von Dannen ziehen wollte, gab ich ihm eine wie mir schien offensichtliche Antwort.
»Fells, All, alles ganz normal.«
Erneutes Seufzen.
»Mein Sohn, der Fels, wie du ihn nennst, stellt das eine, wesentliche Prinzip des Universums dar: Die Ordnung. Während du ihr etwas fortnimmst, förderst du das andere Prinzip: Die Zerstörung!«
Boah! Ich war beeindruckt.
»Echt? Ich klopfe hier etwas von der Ordnung ab und die Zerstörung wird größer?« Skeptisch sah ich auf das kleine Loch, was mein Pickel in die Wand geschlagen hatte.
»Ja. Hier am Ende und Anfang von Allem entscheidet sich, nach welchem Prinzip alles ist, war und wird.«
»Aber ich komme doch von da.«, damit winkte ich die leere Weite. »Das heißt dann also, dass ich ein Geschöpf der Zerstörung bin?«
»Was du bist ist nicht wichtig, du hast mit diesem Loch die Leere vergrößert. Wo vorher Ordnung herrschte, regiert nun die Zerstörung, ein Fokus der Inhaltslosigkeit, Hort des Chaos und Dunkelheit.«
»Das klingt irgendwie deprimierend – was machst du hier eigentlich genau?«
Diesmal kicherte die Umgebung.
»Ich bin hier. Ich war schon immer hier.« Dann ging er auf den Schutthaufen zu, den ich produziert hatte, bewegte sich schnell hin und her, dass der Staub und das Geröll nur so um mich herum stoben und krachten, dann, als alles hinweg gefegt war, wandte sich die Seite mit der Nase wieder mir zu, von dort, wo er jetzt war.
»Kehre nun um, Montbron. Es ist Zeit die Ordnung wiederherzustellen und Licht dorthin zu bringen, wo Dunkelheit schon zu lange herrscht!«
Und obwohl ich antiautoritär eingestellt bin, nahm ich diese Aufforderung freudig wahr, eilte zurück in mein Raumschiff, ließ mich abrupt von der einsetzenden Beschleunigung an die Wand klatschen und trank später genügend Bier, um das Vakuum in mein Kopf wieder aufzufüllen.
Glaubt mir, wenn euch irgendwer weismachen will, da draußen erwarte euch unendliche Weiten, dann wisst ihr, dass er auch schon dort war.
Oder wie mein Großvater es ausdrückte: Am Ende eines Stieles ist entweder ein Axt- oder ein Orkkopf.

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